Faslam in Woosmer

 

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Faslam im allgemeinen

 

Um die Wintersonnenwende herum zogen die Knechte und Mägde von Hof zu Hof, um mit bunten Verkleidungen und viel Lärm den Winter zu vertreiben. Natürlich verlangten sie dafür einen Obolus, ansonsten würde der Winter halt auf dem Hof verbleiben. Aus dieser Sammlung könnte das Schnorren (auch Heischen, Piezen, Pietschen oder Treiben genannt) resultieren, welches sich als zentraler Bestandteil des Faslams erhalten hat. Die Bezeichnung „Faslam“ ist wahrscheinlich eine Ableitung vom Faselabend. Der Zusammenhang mit Fastnacht (dem Abend vor Aschermittwoch) kann wohl nicht hergestellt werden, denn der Faslam wird in einigen Orten bereits Anfang Januar gefeiert.

 

Im Faslam wird ein Brauch ähnlich dem Karneval aufrecht gehalten: Zu der Zeit, als es den Bauern noch gut ging, gab es das auch vielleicht schon vergessene Bild von den Knechten und Mägden auf den Höfen. Diese verdienten nicht viel Geld, hatten aber dafür freies Wohnen und Essen. In der kalten Jahreszeit gingen die Arbeiten auf den Höfen auf ein geringes Maß zurück. Es musste lediglich noch das Vieh gefüttert und gemolken werden. Die Arbeit auf dem Feld konnte ja nicht ausgeführt werden. Da nun aber nicht nur die reichen Herren und Herrinnen feiern und so genannt „einen drauf machen“ sollten, wurde auch den Knechten und Mägden die Möglichkeit eröffnet, einmal zu feiern. Gerade im Winter war die Zeit des Schlachtens, da das Fleisch in der Kälte abhängen konnte. Hier fielen logischerweise auch viele gute Dinge zum Essen für die Knechtschaft ab. Da auf einem Hof nicht nur geschlachtet wurde, gab es auch diverse andere schöne Sachen.

 

So wurden dann mehrere „Fliegen mit einer Klatsche“ geschlagen: Es wurde sich verkleidet und in einer Gruppe mit musikalischer Begleitung durch das gesamte Dorf gezogen. Von jedem Haushalt wurden Sachen zum Essen und Trinken geschnorrt. Beim Schnorren wurde laut gesungen, was den Zweck hatte, das „Väterchen Frost“ zu vertreiben. Nach den Stunden des Umherziehens im Dorfe, wurde anschließend in einer zuvor hergerichteten Scheune eines Bauernhofes das eigentliche Fest begonnen. Während das „Geschnorrte“ von den Frauen zubereitet wurde, spielten die Männer meist Karten. Nach dem Essen wurde ordentlich getanzt, getrunken und lange gefeiert.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Faslam